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Freiwillige Feuerwehr Bornum am Elm
Im damaligen Herzogtum Braunschweig wurden auf Grund des Feuerlöschgesetzes vom 02.04.1874 Freiwillige Feuerwehren gegründet. Aber auch vor 1874 waren in
unserem Raum bereits gut organisierte Feuerwehren vorhanden, die dem damaligen Feuerlöschwesen entsprachen.
Zu dieser Zeit bestand in den Gemeinden eine Pflichtfeuerwehr, zu der die Bauern Spanndienste leisten mussten und die weitere Bevölkerung zur Bedienung eingeteilt war. Die bis heute noch erhaltene Handspritze von 1870 der Bornumer Feuerwehr war sicherlich in der Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit sehr begrenzt, aber sie ist noch stummer Zeuge des Feuerlöschwesens der damaligen Zeit. Die Spritze wurde von dem Erlös des Verkaufs der alten Schule, Winkel Nr. 21 (heutiger Besitzer Familie Posenauer), angeschafft.
Aus dem Protokollbuch, das am 01.05.1909 begann, geht aus einem Vermerk hervor, dass die Freiwillige Feuerwehr Bornum am 25.02.1875 gegründet wurde. Leider sind von
der Gründung der Wehr bis zum Jahr 1909 keine schriftliche Unterlagen mehr vorhanden.
Das Kassenbuch von 1882 liegt noch vor.
Seit 1925 hat Bornum eine
Motorspritze, die „Müller – Döbel“. Diese pferdebespannte Motorspritze
war wassergekühlt und ließ sich sehr schlecht nach einem Einsatz oder einer Übung entwässern. Der damalige Gemeindebrandmeister, Bürgermeister und Gemeindedirektor Otto Weigel hatte immer wieder gefordert: „unsere Müller – Döbel“ muß in einem zu beheizenden Raum stehen, damit sie jederzeit einsatzbereit ist.“ Diese Forderung war mit der Anlaß, dass im Jahr 1934 ein neues Gerätehaus mit einer Sägemehlheizung gebaut wurde. Dieses Gerätehaus an der Straße „Am Dorfe“ gelegen, entsprach vollauf den damaligen Anforderungen und war Unterstellplatz für alle Löschgeräte bis 1975. Aufgabe des Gemeindedieners war es, die Sägemehlheizung zu betreuen.
Mitte der sechziger Jahre stellte sich jedoch heraus, dass das alte Gerätehaus den Bedürfnisses eines modernen Löschwesens aus räumlichen und baulichen Gründen nicht
mehr gewachsen war. So wurde im Jahr 1974 mit dem Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses begonnen.
Zu unserem 100-jährigen Jubiläum im Jahre 1975 wurde das
neuerbaute Gerätehaus an der Straße „Mühlengraben“ seiner Bestimmung übergeben. Nach den erforderlichen Bedürfnissen gebaut, verfügtes über zwei Einstellplätze für
Löschfahrzeuge, einen Schulungsraum und die nötigen sanitären Einrichtungen.
Die Bornumer Feuerwehrmänner packten beim Bau kräftig mit zu. Dadurch konnten
die Baukosten für das schmucke “zu Hause“ der Bornumer Wehr für den Stadtsäckel in Grenzen gehalten werden.
Aber auch jetzt sind schon wieder viele freiwillige
Feuerwehrhände damit beschäftigt, die Spuren der letzten 10 Jahre durch Farbe und andere Mittel verschwinden zu lassen. Denn für die Feierlichkeiten
anlässlich unseres 110-jährigen Geburtstages soll alles wieder strahlen und glänzen.
Zur Unterstützung der “Müller –Döbel“ wurde die Wehr in der Zeit
des 2. Weltkrieges mit einer Tragkraftspritze – TS 8/8 – zusätzlich ausgerüstet. In Verbindung mit der „Müller-Döbel“ sollten damit die Druckverhältnisse bei einer langen Wegstrecke verbessert werden. Das Kernstück dieser Pumpe war der robuste und luftgekühlte zuverlässige Motor.
In den letzten Dienstjahren des Gemeindebrandmeisters Otto Weigel wurde unter seiner Führung er Grundstein für die „10 großen Jahre der Bornumer Feuerwehr“ gelegt. Die
damalige Feuerwehr, insbesondere die Wettkampfgruppe unter der hervorragenden Leitung von Erich Liebold, war Garant und Aushängeschild für den Ort Bornum. Sie setzte
Leistungsmaßstäbe für feuerwehrtechnisches Können nicht nur im Kreis Helmstadt sondern auch im Verwaltungsbezirk Braunschweig. Schlagzeilen in der Presse
wie z.B. „Die Siegermannschaft kam im alten Trecker“ oder „Bornumer Feuerwehr nicht zu schlagen“ verdeutlichen dies.
Die Pokale und Plaketten, in der Gaststätte „Weißes Roß“ aufbewahrt, bezeugen die Tage dieser großen Zeit.
Die Feuerwehreuphorie schlug damals hohe Wellen. Die
Angehörigen und Freunde der Feuerwehrmänner begleiteten sie zu allen Leistungswettkämpfen und bestärkten ihren Siegeswillen.
Der 2. Vers des von E. Liebold verfassten Liedes
“Hohe Lied der Feuerwehr“
verdeutlicht dies. Es Lautet:
“und fahren wir zum Wettkampf
geht es um de Meisterschaft, stehn wir kühn und auch verwegen, bis die Punktzahl wir geschafft. Immer schneller und schneller wie ein Propeller,
wirbelt die Gruppe dahin, ja wirbelt die Gruppe dahin. Es ist wunder-, wunderschön, mit dem Siegeskranze zu stehn, man froh nach Hause fährt,
Kameradschaft sich bewährt.“
Dem Zuge der schnellebigen Zeit und der Motorisierung in allen Belangen des Lebens konnte sich auch der Bornumer Gemeinderat nicht
verschließen und befürwortete die Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges – TSF - . Dieses Fahrzeug wurde im Jahr 1969 in Dienst gestellt.
Fortsetzung folgt ...
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