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Nach
Studien in Gießen, Wetzlar sowie im niederländischen Leyden assistierte er Feldärzten im spanischen Erbfolgekrieg, studierte dann Mathematik, Optik und
Mechanik. In Amsterdam promovierte er zum Dr. med., bevor er wieder als Feldarzt in den Krieg zog.
Dann wurde er zum Professor an die Universität
Altdorf berufen. Vor dem Amtsantritt 1710 besuchte er Oxford und Cambridge, lernte auf dieser Reise auch Isaac Newton kennen. 1712 heiratete er Eva Maria
Hildebrandt, die Tochter eines Nürnberger Juristen.
1719 erreichte Heister der Ruf der Universität Helmstedt. In Helmstedt übernahm Heister neben
dem medizinischen auch noch den Lehrstuhl für Botanik. Er baute einen botanischen Garten auf, der einer der größten und schönsten in ganz Deutschland
gewesen sein soll.
Heister sollte mehrmals abgeworben werden, sollte z.B. als Leibarzt von Peter dem Großen nach Petersburg gehen. Er blieb jedoch
in Helmstedt. Anfang April 1758 wurde er in das 20 Kilometer entfernte Dorf Bornum am Elm gerufen, um einen Patienten zu operieren. Er erkrankte während
der Reise und ist am 10. April 1758 im dortigen Pfarrhaus an einem "hitzigen Brustfieber" gestorben.
Werke
Chirurgisches Gerät, Abbildung aus Heisters Institutiones
chirurgicae, in quibus quicquid ad rem chirurgicam pertinet optima et novissima ratione pertractatur. Antonio Cervone, Neapel 1749
1712
erschien eine Schrift über das Wesen des Grauen Star, der eine Trübung der Linse ist, die einen jahrelangen Gelehrtenstreit in ganz Europa nach sich
zog. 1717 fasste er seine zahlreichen anatomischen Studien zusammen in dem Compendium Anatomicum.
Dieses Buch war noch lange nach seinem
Tod grundlegend für die Anatomieausbildung nicht nur an deutschen Universitäten. 1719 dann krönte er seine schriftstellerische Tätigkeit mit der
"Chirurgie".
Das ist ein Buch, "worin alles, was zur Wund-Arznei gehöret nach der neuesten und besten Art gründlich
abgehandelt und in vielen Kupfer-Tafeln die neu erfundenen und dienlichen Instrumente nebst den bequemsten Handgriffen der chirurgischen Operationen
deutlich vorgestellet werden." Mit diesem Werk betrat Heister in zweifacher Hinsicht Neuland.
Zum Einen hat sich vorher, zumindest in Deutschland, kein seriöser Mediziner mit Chirurgie beschäftigt, dies war Sache der Wundärzte. Zum Anderen wurden wissenschaftliche Bücher nicht in deutscher Sprache geschrieben.
An diesen beiden Punkten lässt sich auch die enorme Bedeutung aufzeigen, die Heister für die Chirurgie gehabt hat. Das Buch erschien auch in einer vereinfachten Ausgabe für Wundärzte und Hebammen. Die zahlreichen Zeichnungen sind wahrscheinlich von Heister selbst, er hatte schon als Kind das Zeichnen gründlich gelernt, und weil er mit den Kupferstichen in seinen ersten Büchern nicht zufrieden war, hat er als Professor in Altdorf noch das Kupferstechen gelernt. Es wurde in viele Sprachen übersetzt, darunter Japanisch. Seine letzte Auflage erlebte es in Deutschland 1779, also 60 Jahre nach Erscheinen der Erstauflage.
Quelle: Wikipedia - Zum Originalartikel -
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